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26.01.2018, 13:48 Uhr
Kultur der Erinnerung ist unverzichtbar
Landrat schreibt Offenen Brief zum Holocaust-Gedenktag
Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Holocaust-Opfer, der am morgigen Samstag (27. Januar 2018) stattfindet, wendet sich Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr mit einem Offenen Brief an die Bevölkerung des Kreises Coesfeld:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreis Coesfeld, der preußische Gelehrte und Staatsmann Wilhelm von Humboldt (1767-1835) hat einmal festgehalten: „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.“ Dieses Zitat, das in der Folgezeit oft aufgegriffen und abgewandelt wurde, ist heute wohl aktueller denn je. Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau jährt sich in diesem Jahr zum 73. Mal. Im Jahr 2005, zum 60. Jahrestag, haben die Vereinten Nationen den Internationalen Holocaust-Gedenktag begründet, um an die Schrecken des Massenmords zu erinnern. Er fällt zusammen mit dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, den der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1996 eingeführt hat. Wir alle sind aufgerufen und in der Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten und daraus Lehren für Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Das Leid, das Menschen anderen Menschen in schier unvorstellbarem Ausmaße zugefügt haben, darf niemals vergessen werden. Gleichwohl gibt es politische Kräfte, denen es lieber wäre, wenn heute genau darüber geschwiegen würde, die gern zur „Tagesordnung“ übergehen würden, ja manche historischen Fakten sogar leugnen. Diesen unheilvollen Bestrebungen kann man nur das wahrhaftige Erinnern, die historische Gewissheit und das uneingeschränkte Bekenntnis zur ethisch-moralischen Verantwortung entgegensetzen. In einer Zeit, in der nur noch wenige Zeitzeugen über die damaligen Geschehnisse berichten können, ist eine Kultur der Erinnerung entstanden und unverzichtbar: Schülerinnen und Schuler setzen sich in Unterricht und Projekten mit der Vergangenheit auseinander, Stätten der Erinnerung und Forschung mahnen zur tiefgreifenden Aufarbeitung, Familien diskutieren die Geschehnisse, und Medien dokumentieren die Zeitgeschichte. Als Landrat denke ich insbesondere an die Bürgerinnen und Bürger unserer Heimat, die in die Konzentrationslager verschleppt, dort gequält und umgebracht worden sind. Menschen jüdischen Glaubens haben das Leben im Kreis Coesfeld lange mitgeprägt und bereichert. Viele jüdische Familien konnten auf eine jahrhundertealte Geschichte in ihren Heimatorten zurückblicken. Für meine und für die Generation meiner Eltern war und ist die Forderung prägend, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg, Massenmord und Vertreibung ausgehen dürfen. Und dieses „Nie wieder“ ist eine Botschaft, die wir auch heutigen Jugendlichen und kommenden Generationen vermitteln. Dies alles müssen wir uns am heutigen Tag bewusst machen. Herzliche Grüße Ihr Dr. Christian Schulze Pellengahr
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